Die Wasserwerkstatt soll ein lebendiger Lernraum für die Region sein – ein Ort,
an dem Menschen unterschiedlichen Alters zusammenkommen, um gemeinsam zu denken,
zu gestalten und voneinander zu lernen. Handwerk, Bewegung, Stille, Austausch und
Herzensbildung gehören genauso dazu wie das Teilen von Erfahrungswissen. Lernen
verstehen wir als gemeinschaftlichen Prozess, der Themen, Generationen und
Perspektiven verbindet.
Anders als klassische Bildungsinstitutionen ist die Wasserwerkstatt kein
Bildungsdienstleister mit Stundenplan und festen Kursrhythmen. Lernen findet
dann statt, wenn sich Lerngemeinschaften zusammenfinden und aus eigener
Neugier, Tatendrang und Verantwortung aktiv werden. Die Wasserwerkstatt
arbeitet dabei bewusst in Zwischenräumen: zwischen Landschaft und ihren
Akteur*innen, zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Natur und Kultur.
Wir sehen uns als Brückenbauer*innen und Vermittler*innen in einer Region,
in der viele Menschen großes Erfahrungswissen mitbringen, aber zu wenige
Räume für gemeinsamen Austausch und kollektives Lernen existieren.
Kunst und künstlerische Verfahren spielen eine zentrale Rolle: Theater, Musik,
Tanz, Bilder, Geschichten und Humor öffnen Räume für Fantasie, Reflexion und
neue Sichtweisen. Sie machen verstecktes Wissen zugänglich und ermöglichen
andere Formen des Nachdenkens, als es rein rationale Sprache vermag. Lernen
soll hier ohne Noten und Leistungsdruck stattfinden – suchend, ermutigend,
gemeinschaftlich, aus inneren Potentialen heraus.
Im Zentrum stehen Lerngemeinschaften, in denen gegenseitige Unterstützung,
kollektives Lernen und gemeinsames Handeln erprobt werden. Die
Wasserwerkstatt versteht sich als offener Rahmen für solche Prozesse:
Raumöffner*innen und Rahmenhalter*innen schaffen Atmosphäre und Struktur,
Erfahrungs- und Wissensträger*innen bringen ihre Kenntnisse ein, und
Lernbegierige aller Altersgruppen gestalten aktiv mit. So können neue Formen
von Verantwortung, Gemeinwohlorientierung und regionaler Handlungsfähigkeit
entstehen.
Leitend sind dabei Prinzipien wie Miteinander reden, Teilen, Fantasie und
Stille, Verleihen, Reparieren, Recyceln und das kreative Neugestalten mit
vorhandenen Materialien. Die Wasserwerkstatt denkt Bildung regional,
vernetzend und zukunftsorientiert: Sie schafft Erfahrungsräume, in denen
Menschen die stärkende Kraft von Gemeinschaft und Angstfreiheit erleben und
so Mut fassen, die Zukunft ihrer Landschaft aktiv mitzugestalten.